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Mimiks

Für Immer Niemer

18.09.2019

Was macht man, nachdem man vom ganzen Land als der Erlöser des Schweizer Raps gefeiert wurde? Wohin geht man nach zwei Nummer 1 und einem Nummer 2 Album (Gruss an David Bowie, wir haben Dir längst vergeben, RIP)? Und wohin treiben einen die Gedanken, und wie sieht das Selbstbild aus, so nach x gekillten Shows, unzähligen Interviews, nach all dem Fame mit all seinen positiven und negativen Seiten inklusive einer (gescheiterten) Beziehung im Scheinwerferlicht des Sackmesserlandes? Richtig – man besinnt sich auf das zurück, was man am besten kann: Rap, und zwar Rap ohne Wenn und Aber, ohne Krücken und Gimmicks, ohne Make-Up oder Steroide. 

Und genau das hat er getan: MIMIKS, unser Lieblings-MC, ist zurück mit einem neuen Album und dem gleichnamigen ersten Song namens "Für immer niemer". Über einen bombastischen Beat von Hausproduzent HSA beginnt MIMIKS ganz am Anfang – zu den Zeiten von "Vodkazombierambogang", seinem Debutalbum – und nimmt uns dann während fast acht (!) Minuten mit auf eine Reise bis in sein persönliches Heute. Er erzählt von Höhe- und Tiefpunkten, von Starallüren und Selbstfindung, von Aufmerksamkeit von Freitag bis Samstag und der Einsamkeit am Montag, wenn man trotzdem aufstehen und arbeiten gehen muss und das Bankkonto trotz allem Ruhm am Ende des Monats bereits zweimal leer ist. "Für Immer Niemer" ist ein Wrap-up – ein "Was bisher geschah", intelligent und umsichtig geschrieben, und gerappt mit einer Eindringlich- und Notwendigkeit, die in diesem Land auch 2019 noch ihresgleichen sucht und nicht findet. Die Moral ist klar: Wenn man kein Star wird, dann bleibt man halt "für immer niemer". Aber am Erfolgskonzept, nämlich Rap ohne Kompromiss und Authentizität bis ans Ende, wird nichts geändert – das Make-Up und die Steroide können andere haben.

 

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