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Biographie

Laith Al-Deen ist schwer verliebt. Man sieht es in seinem Gesicht, wenn er spricht. Man hört es an der Art und Weise, wie er von seinen neuen Songs schwärmt. Und man spürt es in jeder Textzeile des kommenden Albums "Die Liebe zum Detail", das im Juni 2007 erscheinen wird. "Als ich letzten Sommer aus meinem Urlaub aus den USA zurückkam, habe ich drei Wochen lang ununterbrochen nur Liebeslieder geschrieben", erzählt der 35-jährige Sänger und Songwriter. Der Grund: In den Vereinigten Staaten traf der Mannheimer jene Frau (wieder), die er in diesem Jahr heiraten wird. Doch wer Laith Al-Deen kennt, weiß, dass er derlei nicht gern an die große Glocke hängt - bzw. nicht zu jenen Künstlern gehört, die im Übereifer die eigenen Fans zwanghaft mit Hochgefühls-Monothematik in Albumlänge konfrontieren müssen. "Gottseidank habe ich mehr als die Hälfte der Songs von damals gleich wieder verworfen", schmunzelt er, "es war irgendwann einfach unerträglich".

Geblieben von der damaligen Komplett-Euphorisierung ist allerdings die allgemeine emotionale Ausrichtung des Albums. "Persönlich Gefühle bzw. das Thema Liebe regieren die Platte definitiv", erklärt Laith. "Es ist tatsächlich dieses Mal mehr ein Regieren als ein Durchfühlen, wie das vielleicht bei meinen früheren Alben der Fall war."
Das letzte liegt mittlerweile fast zwei Jahre zurück: Mit seinem vierten Studioalbum "Die Frage wie", das sich auf Platz drei der deutschen Charts platzierte und u.a. die Hitsingle "Leb den Tag" enthalten hatte, brachte Laith Al-Deen eine Lebens- bzw. Karrierephase zum Abschluss, die vom ununterbrochenen und ständig wiederkehrenden Arbeitskreislauf Albumproduktion-Promotion-Tournee-Albumproduktion? dominiert war. "Ich wollte nach der Tour zu ?Die Frage wie' ganz bewusst einen Cut machen", erinnert sich Laith. "Gerade auch, was das Live-Spielen angeht. Man kommt irgendwann an einem Punkt, da denkt man: ?Moment - bin ich hier nicht erst vor drei Wochen aufgetreten?' Eine längere Pause war da einfach dringend notwendig."

Die erste Auszeit seit dem Jahre 2000 nutzte er - abgesehen von einem längeren Urlaub - v.a. für ausführliche "Schreibphasen", in denen er sich u.a. den Luxus gönnte, musikalisch gewagte Ausflüge in experimentelle oder auch extrem poppige Gefilde zu unternehmen. "Manche der Sachen waren so poppig, dass ich mich selbst ein bisschen dafür schäme", grinst er. Eine allzu große Neugier auf die Laith'schen Streifzüge durch die bunte Welt der Musikgenres kann man sich derweil getrost sparen - die Demos aus jener Zeit bleiben unter strengem Verschluss im Hause Al-Deen, oder wurden bereits zum größten Teil wieder vernichtet. Einziger offizieller Output der vergangenen zwei Jahre: Das Stück "Sonnenschein", das Laith Al-Deen gemeinsam mit Yvonne Catterfeld für ihr Album "Aura" schrieb und die Komposition "No Ordinary Love", die auf dem Album des "Deutschland sucht den Superstar"-Teilnehmers Mike Leon Grosch zu finden ist.

Im Oktober 2006 fand sich Al-Deen schließlich wieder mit seinem bewährten Schallbau-Team zusammen, um die Arbeiten am fünften Studioalbum zu beginnen - ein Prozess, den der Sänger und Songwriter im Frühjahr 2007 wie folgt beschreibt: "Wir sind losgelaufen, irgendwie angekommen, haben uns verirrt, einige Schritte nach links und rechts gemacht, um dann letzten Endes wieder auf den richtigen Weg zu gelangen". Einige der "Verirrungen" sind u.a. dem Versuch geschuldet, Laith Al-Deens Musik cooler, kantiger oder auch flapsiger zu machen. "Das hat aber ganz einfach nicht zu mir gepasst", weiß Al-Deen heute. "Es gibt Kanten, die will ich gar nicht haben - es ist ja auch schlecht möglich, eine Revolution vom Zaun zu brechen, wenn man das ganze Jahr verliebt ist."
Ein Jahr, das Laith nach eigenen Angaben musikalisch weitestgehend "unelektronisch" verbrachte und in dem einige der erfolgreichen britischen Gitarrenbands großen Eindruck auf ihn machten. Kein Wunder also, dass es im Rahmen der Albumproduktion zu mancher Premiere kam. "Ich hatte erstmals eine Studiosession mit der kompletten Band, mit der ich auch auf Tour bin", berichtet Laith begeistert. "Immerhin spielen wir jetzt seit vier Jahren in dieser Konstellation zusammen, da ergibt sich eine gewisse Verlässlichkeit. Man weiß, was der andere in bestimmten Situation tut und beitragen kann." Insgesamt fünf Stücke aus den beiden Bandsessions fanden schließlich den Weg ins Tracklisting des neuen Albums - darunter eines, das gänzlich ohne "Klick" eingespielt wurde. "Der Take mit der kompletten Band, von vorne bis hinten durchgespielt, war einfach perfekt", erzählt Laith, der sich rückwirkend v.a. an den kleinen Mängeln in punkto Produktions-Präzision erfreuen kann. "Diesmal haben wir die winzigen Abweichungen z.T. so belassen, wie sie waren - und nicht wie sonst wieder ins Layout der Tracks zurückkorrigiert", erklärt er. "Klapper-Faktor" nennt Laith jene menschliche Komponente, die seinem Produktionsteam einiges an Überwindung abverlangte. "Die Jungs kommen ja ursprünglich aus dem Techno-Bereich und denken gerne mal in Patterns."

Doch keine Angst: Trotz explizitem Livebandfeeling, u.a. mit Reggae-Anklängen, Bläsern etc. bei einige Stücken ist auch der Einfluss der Schallbau-Crew auf "Die Liebe zum Detail" deutlich spürbar. Ein wichtiger Bestandteil im Entstehungsprozess der Musik, den Laith Al-Deen keinesfalls missen möchte. "Im Prinzip könnte ich mittlerweile ein Album auch alleine produzieren", erklärt er. "Doch letzten Endes geht es um den Input, den ich von außen bekomme. Man hat einen Verbund von Menschen, die einen inspirieren - oder auch an der richtigen Stelle deprimieren, um gewisse Wege zu finden, die man alleine nicht finden würde." Ein zum Teil kräftezehrender Prozess, der sich auch diesmal definitiv ausgezahlt hat. "Soundtechnisch haben wir mit dem neuen Album meiner Ansicht nach den bisher größten Schritt gemacht", sagt er nicht ohne Stolz. "Und das Endergebnis ist ganz eindeutig Mainstream-fähiger Pop. Keine Frage. Das ist ja schließlich etwas, das ich sehr, sehr gerne mache."
Und nicht zu vergessen: Besser als jeder andere.

2007

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