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Biographie

Annie Lennox ist eine der angesehensten und verehrtesten Frauen unserer Zeit. Die charismatische Sängerin und Songschreiberin kann auf mehr als zweieinhalb Dekaden im Musikbusiness zurückblicken und zählt ohne Zweifel zu den beliebtesten und inspirierendsten Künstlerinnen der Popgeschichte. Ihre Musikkarriere war von jeher geprägt vom immerwährenden Drang, Grenzen zu überschreiten und musikalische Perfektion zu erlangen. Dabei schuf sie (u.a. als Hälfte des Duos Eurythmics) ein einzigartiges Repertoire an Stücken, die für viele von uns zu einem nicht mehr wegzudenkenden Soundtrack des eigenen Lebens wurden. Ihre Alben verkauften sich weltweit mehr als 78 Millionen Mal und sie wurde mit einer Fülle von Awards ausgezeichnet, darunter Grammys, Brits (sie ist die Künstlerin mit den meisten Auszeichnungen), ein Golden Globe und ein Oscar (für ihren Song "Into The West" aus dem Film "Herr der Ringe").

Darüber hinaus setzt sich die Schottin, die nicht selten als "größte weiße Soulsängerin" bezeichnet wird, für zahlreiche humanitäre Projekte ein und gilt Millionen von Frauen weltweit als Vorbild. Kein Wunder also, dass der Veröffentlichung neuer Annie-Lennox-Songs stets mit großer Spannung und Vorfreude entgegen gefiebert wird. Und wenn die Künstlerin im Vorfeld selbst die Ansicht äußert, es handele sich bei ihrem kommenden Solo-Album "Songs Of Mass Destruction" um ihre bislang gelungenste Arbeit, so steigen die Erwartungen auf ein höchstmögliches Niveau.

Auf ihrem Album, das am 28. September 2007 veröffentlicht wird, zeigt sich Annie Lennox nach eigenen Angaben authentischer, rauer und emotionaler denn je zuvor, ihre Songs werden von den Kontrasten Schönheit, Sehnsucht und Trauer getragen. "Ich habe das Gefühl, innovativer zu sein als jemals zuvor, und meine Stimme scheint in ihren besten Jahren zu sein." "Songs Of Mass Destruction" ist, wie der Hörer feststellen wird, paradoxerweise ein gleichermaßen erhebendes und zutiefst beunruhigendes Werk.

Nach einer langen und fruchtbaren Partnerschaft mit Steve Lipson stellt das neue Album die erste Zusammenarbeit mit Produzenten-Veteran Glen Ballard (Alanis Morissette, Van Halen, Anastacia, Celine Dion, No Doubt u.a.) dar. Die Aufnahmen fanden in seinem "The High Window"-Studio in Los Angeles statt. "Ich war auf der Suche nach einer neuen Herangehensweise an meine Musik und irgendwann stellte mir Dave (Stewart) bei einem gesellschaftlichen Anlass Glen vor", erinnert sich Annie Lennox. "Er ist ein wunderbarer Mensch und außerdem jemand, der mir sofort das Gefühl gab, mich musikalisch instinktiv zu verstehen. Sein Einfluss war sehr positiv und er förderte meine Kreativität auf natürliche Art und Weise. Mit Glen zu arbeiten war ein großes Vergnügen."

Lennox brachte einige Vorproduktion zu den ersten Treffen mit Ballard mit, die sie in London zusammen mit ihrem langjährigen Musical Director Mike Stevens aufgenommen hatte. "Es waren nur Skizzen aus Songs, die ich geschrieben hatte, ohne ein bestimmtes Konzept. Glen mochte sie und war der Meinung, die Stücke müssten von einer Liveband gespielt und aufgenommen werden, ein Song nach dem anderen." Das Ergebnis ist - vom eindringlichen Opener "Dark Road" bis zum epischen Finale "Fingernail Moon" - eine opulente musikalische Klangkulisse, in der Annies Stimme glänzen und zu Höhenflügen ansetzen kann.
Dass sich eine ausgesprochen weibliche Perspektive durch alle Songs zieht, ist dabei kein Zufall. "'Wie ist das so als Frau in der Rockmusik?' - das war eine immer wiederkehrende Frage, die mir in der Anfangszeit meiner Karriere gestellt wurde und ich fühlte mich von der Frage immer viel zu sehr bemitleidet, um direkt darauf zu antworten. Mittlerweile ist mir allerdings klar geworden, dass es für die Mehrheit des anderen Geschlechts im Musikbusiness eine völlig neue Erfahrung war. Ich habe dieses (musikalische) Leben gelebt und meinen Platz behauptet, so dass ich denke, im Namen meines Geschlechts eine Flagge hissen zu können. Songs wie ?Womankind' und ?Sing' behandeln ohne Zweifel feministische Themen."

Letzteres, eine Hymne, ganz anders und dennoch in der Tradition des Eurythmics-Klassikers "Sisters (Are Doin' It For Themselves)", hat das Potenzial, eines der aufmerksamkeitsstärksten Musikstücke des Jahres zu werden: Immerhin vereint es die größten, erfolgreichsten, wichtigsten und bekanntesten Sängerinnen der internationalen Musikszene auf einem Song. Die Entstehungsgeschichte von "Sing" reicht bis zu einer Reise Annies nach Afrika zurück, die sie im Rahmen ihres langjährigen Engagements für Nelson Mandelas "46664 and Treatment Action Campaign" unternahm - eine Organisation, die sich für Menschenrechte, Bildung und medizinische Versorgung von HIV-Infizierten einsetzt (in Südafrika ist jede dritte Frau HIV positiv).

Nachdem sie eine CD mit Musik der TAC-Aktivisten-Gruppe "The Generics" zum Thema HIV/Aids in die Hände bekam, hatte Lennox die Idee, ihre Botschaft einem internationalen Publikum näher zu bringen und einen der Songs zu einem der ihren zu machen. "Ich habe ein Stück ausgewählt, das die Durchführung eines nationalen Programms fordert, dass die HIV-Übertragung von Müttern auf ihre Babys verhindert. Dann habe ich einen Brief an 23 Künstlerinnen geschickt und sie gefragt, ob sie ihn mit mir singen wollen. Alle sagten sofort "ja", erinnert sich Annie Lennox. Und so featured "Sing" nun einen unglaublichen All-Star-Chor bestehend aus Madonna (singt die 2. Strophe), Joss Stone, Celine Dion, Dido, Gladys Knight, kd Lang, Angelique Kidjo, Bonnie Raitt, Shakira, Melissa Etheridge, Sarah McLachlan, Fergie, Anastasia, Beverley Knight, Faith Hill, P!nk, Sugababes, Martha Wainwright, Isobel Campbell, Beth Gibbons, KT Tunstall, Shingai Shoniwa und Beth Orton.

Auf Lennox' Wunsch soll der Song im Internet verfügbar gemacht werden und alle Einnahmen aus dem Download-Verkauf den TAC-Initiativen zu Gute kommen. "Ich hoffe auf einen Domino-Effekt, wenn die Leute den Song zu hören bekommen. Alle beteiligten Künstler - sozusagen meine Kampfgefährten - wurden zu dem Stück und den Themen befragt, die er aufgreift, so dass sich die jeweiligen Fans in aller Ausführlichkeit mit dem Inhalt auseinandersetzen können, den ihre Heldinnen unterstützen. Es ist eine absolute Herzensangelegenheit." Die Kombination von Idealismus und Pragmatismus (Lennox ist überzeugt, durch ihre Musik am allerbesten jene Dinge in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken, die ihr am Herzen liegen) ist typisch für die Art und Weise, wie die einzigartige Künstlerin ihre Karriere gestaltet hat.

Als eine der nachhaltig erfolgreichsten Songwriterinnen und Musikerinnen in der Geschichte der Popmusik ist sie für Millionen gleichsam Idol und Inspirationsquelle. Und mit ihrem neuen Album erreicht sie eine neue Stufe ihrer künstlerischen Leistungsfähigkeit. "Wenn ich mich umschaue, dann sehe eine Welt, in der Wahnsinn herrscht, eine Welt voller Gewalt und Aggression, Misskommunikation und Grausamkeit", erklärt sie. "Als Frau und Mutter ist es eine erschütternde Aussicht, damit klar kommen zu müssen. Und dann gibt diese ganzen Dinge in mir, in allen von uns: Unerwiderte Liebe, der Mangel an Frieden, das Chaos von Gedanken und Erinnerungen. Diese Songs sind meine Methode, diese Gefühle zu kanalisieren und den Schmerz loszuwerden. Ich möchte, dass die Menschen sich davon angesprochen fühlen. Ich möchte, dass sie spüren: ?Oh mein Gott, sie singt über MEIN Leben'. Mein Blut und meine Knochen stecken in dieser Musik. Ich habe absolut alles gegeben, was ich zu bieten habe." Die erste Single "Dark Road" ist die perfekte Einleitung. "Während der Aufnahmen fuhr ich jeden Tag den Sunset Boulevard runter zum Studio und mir wurde die Symbolhaftigkeit der Dinge bewusst, die ich auf dem Weg zu sehen bekam", erläutert Annie die Inspiration zu dem Song. "Die Menschen in ihren Autos dort stehen für mich im starken Kontrast zu den vielen entrechteten und enteigneten Menschen, die am Rande unserer Konsumgesellschaft leben. Diese verstörende und ernüchternde Wahrheit ist nicht nur in diesem Song spürbar, sondern zieht sich durch alle Songs des Albums. Im Laufe eines Lebens gibt es so viele Träume, die zerstört werden. Und ständig sieht man sich mit der Möglichkeit konfrontiert, dass man auf der Strecke bleibt oder abstürzt. Und ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht? wir befinden uns alle auf diesem Weg."

07/2007

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